Länder auf der Flucht: Belgien

Herbert Blankstein wurde 1925 geboren und wuchs im 9. Wiener Gemeindebezirk auf. Er flüchtete im Dezember 1938 gemeinsam mit seiner Mutter nach Brüssel. Sein Stiefvater wurde 1941 nach Südfrankreich und später ins KZ Auschwitz deportiert. In Belgien arbeitete Blankstein in einem Rüstungsbetrieb, wo ihn seine Deutschkenntnisse vor der Deportation schützten. Blankstein heiratete noch in Brüssel und emigrierte 1948 mit seiner Mutter, seiner Frau und seinem Sohn nach Palästina/Israel, wo er als Goldschmied tätig war. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte Blankstein in Tel Aviv.
Joan Frome wurde 1923 als Johanna Schwarz in Wien geboren und lebte mit ihrer Familie im 7. Wiener Gemeindebezirk. Nach dem ‚Anschluss‘ verließ sie das Realgymnasium, da sie dort von einem Mitschüler zusammengeschlagen worden war. Im September 1939 floh Frome unbegleitet über Belgien in die USA. Ihr Vater, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, starb 1939 an den Folgen seiner Kriegsverletzungen, ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte Frome in New York.
Emanuel Fuchs wurde 1918 geboren. Er lebte mit seiner Familie im 2. Wiener Gemeindebezirk, wo er die Schule besuchte und sein Vater eine Buchbinderei betrieb. Nach dem ‚Anschluss‘ wurde Fuchs verhaftet und kam zunächst in den ‚Notarrest‘ in der Kenyongasse. Später kam er in das KZ Dachau, wo er einige Wochen in Haft war, bevor er nach Wien zurückkehrte und gezwungen wurde das Land zu verlassen. Mit einem Freund gelang es Fuchs – über Deutschland, Amsterdam und Belgien – in die USA zu emigrieren. Nach seinem Dienst bei der US Army lebte Fuchs in New York und arbeitete als Juwelier.