Länder auf der Flucht: Tschechoslowakei

Edith Friedlander wurde 1922 als Edith Käufler in Wien geboren. Nach dem ‚Anschluss’ emigrierten sie und ihre Eltern nach Prag. Friedlander und ihre Mutter kamen 1942 in das Ghetto Theresienstadt, von wo aus sie 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Friedlanders Mutter wurde dort ermordet. Sie selbst kam in das KZ-Außenlager Oederan bei Chemnitz. Nach dem Krieg lebte und arbeitete Friedlander in Prag, bevor sie sich 1947 entschloss in die USA zu emigrieren. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte sie in New York City.
Josef Kohn wurde 1925 in Wien geboren und lebte mit seinen Eltern im 20. Bezirk. Nach dem ‚Anschluss’ trat er dem Haschomer Hazair bei, durch den er als Teil des sogenannten „Kladovo-Transportes“ aus Österreich flüchten konnte. Kohn gehörte zu einer kleinen Gruppe, die diesen Transport überlebte und im März 1941 in Palästina ankam. Seine Eltern überlebten nicht. Kohn war später im Kibbuz Gan Shmuel in verschiedenen Bereichen tätig, bevor er sich der Arbeit mit Jugendlichen widmete, was ihn in den 1970er-Jahren auch einige Jahre nach Wien führte. Heute lebt er in Israel.
Baruch Milrom wurde 1921 in Baden bei Wien geboren, wo seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft betrieben. Nach dem ‚Anschluss’ wurde das Geschäft von SA-Männern geplündert, die Familie musste Baden kurze Zeit später verlassen. Mit Hilfe einer zionistischen Jugendorganisation konnte Milrom nach Palästina flüchten. Seinem Bruder gelang ebenfalls die Flucht, seine Eltern wurden jedoch in der Schoa ermordet. In Israel war Milrom unter anderem für eine internationale Schifffahrtsgesellschaft tätig. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er in Haifa.
Frederick Terna wurde 1923 als Friedrich Arthur Taussig im 19. Wiener Gemeindebezirk geboren. 1927 zog er mit seiner Familie nach Prag. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurde Terna aus der Schule geworfen, 1941 von der Gestapo verhaftet und unter anderem in Linden bei Deutsch-Brod, im KZ Auschwitz und im KZ Kaufering interniert. Nach seiner Befreiung kehrte Terna als einziger Überlebender seiner Familie nach Prag zurück. 1946 flüchtete er nach Frankreich, danach nach Kanada. Von dort ging er 1952 nach New York City, wo er zum Zeitpunkt des Interviews als Maler lebte.