Bundesländer: Wien

Felicia Breitner wurde 1921 im 16. Wiener Gemeindebezirk geboren. Zur Zeit des ‚Anschlusses‘ besuchte sie ein Realgymnasium. Während ihr Vater und ihr Bruder nach Shanghai fliehen konnten, gelang ihr 1939 die Flucht nach England, wohin bereits ihre Schwester geflohen war. Ihre zurückgelassene Mutter starb in Wien, zahlreiche ihrer Verwandten überlebten den Holocaust nicht. Breitner ließ sich zur Krankenschwester und dann zur Hebamme ausbilden und war danach im Gesundheitswesen tätig. Von England aus ging sie später nach Israel, wo sie bis heute lebt.
George Czuczka wurde 1925 in Wien geboren. Er wohnte mit seinen Eltern im Karl-Marx-Hof, wo er 1934 den Beschuss der Wohnanlage im Zuge der Februarkämpfe miterlebte. Nach dem ‚Anschluss‘ war Czuczkas Vater mehrere Monate in Dachau und Buchenwald inhaftiert. Nach dessen Freilassung flüchtete die Familie im März 1939 in die USA. Czuczka kehrte zunächst als Soldat der U. S. Army nach Europa zurück und war später im Auswärtigen Dienst der USA in Deutschland, Österreich und Indien tätig. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er in Washington, D.C.
Peter Elmer wurde 1923 als Peter Epstein in Wien geboren und wuchs im 13. Wiener Gemeindebezirk auf, wo er die Volksschule besuchte. Ende 1937 wurde er nach England in ein Internat geschickt und blieb dort bis zur Emigration seiner Familie Ende 1938. Diese flüchtete über die Schweiz und London in die USA, wo sie im Januar 1939 in New York ankam. Elmer besuchte hier eine Privatschule sowie kurzzeitig die University of Wisconsin, bevor er seinen Militärdienst bei der U.S. Army in Europa absolvierte. Später war er in der Textilbranche in New York City tätig, wo er auch heute noch lebt.
Edith Friedlander wurde 1922 als Edith Käufler in Wien geboren. Nach dem ‚Anschluss’ emigrierten sie und ihre Eltern nach Prag. Friedlander und ihre Mutter kamen 1942 in das Ghetto Theresienstadt, von wo aus sie 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Friedlanders Mutter wurde dort ermordet. Sie selbst kam in das KZ-Außenlager Oederan bei Chemnitz. Nach dem Krieg lebte und arbeitete Friedlander in Prag, bevor sie sich 1947 entschloss in die USA zu emigrieren. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte sie in New York City.
Joan Frome wurde 1923 als Johanna Schwarz in Wien geboren und lebte mit ihrer Familie im 7. Wiener Gemeindebezirk. Nach dem ‚Anschluss‘ verließ sie das Realgymnasium, da sie dort von einem Mitschüler zusammengeschlagen worden war. Im September 1939 floh Frome unbegleitet über Belgien in die USA. Ihr Vater, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, starb 1939 an den Folgen seiner Kriegsverletzungen, ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte Frome in New York.
Emanuel Fuchs wurde 1918 geboren. Er lebte mit seiner Familie im 2. Wiener Gemeindebezirk, wo er die Schule besuchte und sein Vater eine Buchbinderei betrieb. Nach dem ‚Anschluss‘ wurde Fuchs verhaftet und kam zunächst in den ‚Notarrest‘ in der Kenyongasse. Später kam er in das KZ Dachau, wo er einige Wochen in Haft war, bevor er nach Wien zurückkehrte und gezwungen wurde das Land zu verlassen. Mit einem Freund gelang es Fuchs – über Deutschland, Amsterdam und Belgien – in die USA zu emigrieren. Nach seinem Dienst bei der US Army lebte Fuchs in New York und arbeitete als Juwelier.
Catriel Fuchs wurde 1925 im Burgenland geboren, seine Familie zog jedoch bereits in seiner Kindheit nach Wien. Dort lebte Fuchs lange in einem Waisenhaus und besuchte die Volksschule. Nachdem er 1938 aus der Schule ausgeschlossen worden war, wurde er Mitglied einer zionistischen Jugendorganisation und konnte mit Hilfe dieser über Jugoslawien nach Palästina flüchten. Nach einiger Zeit im Kibbuz Gan Shmuel meldete sich Fuchs für die britische Royal Navy. Später arbeitete er u.a. bei einer großen Containerreederei – ein Job, der ihn bis nach Taiwan brachte. Heute lebt Fuchs wieder in Israel.
Trudy Jeremias wurde 1925 als Trude Epstein geboren und wuchs im 13. Wiener Gemeindebezirk auf, wo sie auch zur Schule ging. Sie emigrierte mit ihren Eltern und ihrem Bruder Peter im Dezember 1938 über die Schweiz und London in die USA. Nach ihrer Tätigkeit als Bodenstewardess sowie einigen anderen Jobs, wurde Jeremias, wie ihre Mutter, die eine bekannte Innendekorateurin und Künstlerin war, Schmuckdesignerin. Nach einer kurzzeitigen Rückkehr nach Wien Ende der 1950er-Jahre zog Trudy Jeremias zurück nach New York, wo sie bis heute lebt.
Josef Kohn wurde 1925 in Wien geboren und lebte mit seinen Eltern im 20. Bezirk. Nach dem ‚Anschluss’ trat er dem Haschomer Hazair bei, durch den er als Teil des sogenannten „Kladovo-Transportes“ aus Österreich flüchten konnte. Kohn gehörte zu einer kleinen Gruppe, die diesen Transport überlebte und im März 1941 in Palästina ankam. Seine Eltern überlebten nicht. Kohn war später im Kibbuz Gan Shmuel in verschiedenen Bereichen tätig, bevor er sich der Arbeit mit Jugendlichen widmete, was ihn in den 1970er-Jahren auch einige Jahre nach Wien führte. Heute lebt er in Israel.
Chava Lifschitz wurde 1924 geboren und lebte mit ihrer Familie zunächst im 9., später im 2. Wiener Gemeindebezirk. 1938 besuchte sie das Gymnasium, das sie nach dem ‚Anschluss’ verließ. Durch ihre Mitgliedschaft bei Makkabi Hazair konnte Lifschitz das Hachscharalager Ahrensdorf in Brandenburg besuchen, von wo aus sie nach Palästina flüchtete. Dort war sie vor allem als Lehrerin tätig. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte sie in Israel.
Baruch Milrom wurde 1921 in Baden bei Wien geboren, wo seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft betrieben. Nach dem ‚Anschluss’ wurde das Geschäft von SA-Männern geplündert, die Familie musste Baden kurze Zeit später verlassen. Mit Hilfe einer zionistischen Jugendorganisation konnte Milrom nach Palästina flüchten. Seinem Bruder gelang ebenfalls die Flucht, seine Eltern wurden jedoch in der Schoa ermordet. In Israel war Milrom unter anderem für eine internationale Schifffahrtsgesellschaft tätig. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er in Haifa.
Otto Nagler wurde 1920 in Wien geboren und lebte mit seiner Familie im 20. Bezirk. Dort besuchte er die Volksschule und – noch während der Zeit des ‚Anschlusses’ – das Realgymnasium. Durch seine Mitgliedschaft in einer zionistischen Jugendorganisation konnte er 1939 nach Palästina fliehen. Seinen Eltern gelang es nach Italien zu entkommen, wo sie während des Krieges lebten. Nachdem Nagler ein Studium am Technion in Haifa absolviert sowie seinen Militärdienst beendet hatte, war er im Bewässerungswesen und in der Entwicklungshilfe tätig – sowohl in Israel als auch weltweit. Heute lebt er wieder in Israel.
Hedwig Rosner wurde 1924 in Wien geboren und lebte mit ihrer Familie im 7. Wiener Gemeindebezirk, wo sie eine Klosterschule besuchte. Durch ihre Mitgliedschaft in der zionistischen Jugendorganisation Betar war es ihr im November 1938 möglich, nach Palästina zu flüchten. Dort schlug sich Rosner zunächst mit zahlreichen Jobs durch, unter anderem als Arbeiterin in einer Ölfabrik. Später war sie in verschiedenen Funktionen im Sozialbereich tätig. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte Rosner in Haifa.
Kurt Schoen wurde 1915 in Wien geboren. Er lebte mit seiner Familie im 20. Wiener Gemeindebezirk und studierte an der Universität Wien Medizin. Nach dem ‚Anschluss‘ musste Schoen sein Studium abbrechen. Er floh im September 1938 in die Niederlande, wo ihn die Polizei ins Deutsche Reich zurückschickte. Nach zweiwöchiger Haft gelang es ihm, erneut in die Niederlande zu flüchten und von dort aus in die USA auszureisen. Mit kurzer Unterbrechung in Zürich, wo er sein Medizinstudium wiederaufnahm, lebte Schoen fortan in New York, wo er ein medizinisches Labor betrieb.
Fred Sterzer wurde 1929 geboren und lebte mit seiner Familie im 20. Wiener Gemeindebezirk. 1942 mit seiner Familie nach Theresienstadt verschickt, wurde er später mit seiner Mutter und seinem an Diabetes erkrankten Bruder nach Auschwitz deportiert. Er kam schließlich in ein Außenlager des KZ Groß-Rosen, wo er im Mai 1945 befreit wurde. Seine Eltern wurden ermordet. Sterzer kehrte zurück nach Wien, wo er maturierte, und emigrierte mit seinem Bruder 1947 in die USA. Dort studierte er Physik und gründete später ein Forschungslabor. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er in Princeton, New Jersey.
Frederick Terna wurde 1923 als Friedrich Arthur Taussig im 19. Wiener Gemeindebezirk geboren. 1927 zog er mit seiner Familie nach Prag. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurde Terna aus der Schule geworfen, 1941 von der Gestapo verhaftet und unter anderem in Linden bei Deutsch-Brod, im KZ Auschwitz und im KZ Kaufering interniert. Nach seiner Befreiung kehrte Terna als einziger Überlebender seiner Familie nach Prag zurück. 1946 flüchtete er nach Frankreich, danach nach Kanada. Von dort ging er 1952 nach New York City, wo er zum Zeitpunkt des Interviews als Maler lebte.